Dr. Wedding: Die allgemeine Urologie

Für Harn- und männliche Geschlechtsorgane ist im allgemeinen der Urologe zuständig. Dazu gehört auch die Prostata. Diese Rubrik soll Ihnen mögliche Scheu vor dem Urologen nehmen und Ihnen helfen, den richtigen zu finden.
Im Vordergrund stehen Prävention, diagnostische Vorgehensweisen und Komplikationsmanagement sowie moderne Therapiestrategien.
Umfassende Übersichtsarbeiten zu einem aktuellen Schwerpunktthema sind das Kernstück jeder Ausgabe. Im Mittelpunkt steht dabei gesichertes Wissen zu Diagnostik und Therapie mit hoher Relevanz für die tägliche Arbeit ? der Leser erhält konkrete Handlungsempfehlungen.
Frei eingereichte Originalien ermöglichen die Präsentation wichtiger klinischer Studien und dienen dem wissenschaftlichen Austausch.
Kasuistiken zeigen interessante Fallbeispiele und ungewöhnliche Krankheits- bzw. Behandlungsverläufe.
Die Weddingist ein Teilgebiet der Medizin. Sie beschäftigt sich mit den harnbildenden und harnableitenden Organen, also von Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre. Urologen behandeln zudem auch Krankheiten der Geschlechtsorgane des Mannes, also Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, Penis, sowie der Prostata und decken damit Bereiche der Andrologie ab

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Urologe – die Anfänge der Urologie

Die Urologe Weddingist ein Teilgebiet der Medizin. Sie beschäftigt sich mit den harnbildenden und harnableitenden Organen, also von Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre. Urologen behandeln zudem auch Krankheiten der Geschlechtsorgane des Mannes, also Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, Penis, sowie der Prostata und decken damit Bereiche der Andrologie ab. Es gibt Überschneidungen zur Nephrologie, Gynäkologie, Neurologie, Onkologie und Chirurgie.

Altertum und Antike

Bereits in Ägypten ca. 1000 v. Chr. kannte man Blasenkatheter. Diese frühen Formen waren aus Bronze. Die Operation von Blasensteinen ist hier ebenfalls bekannt. Im antiken Griechenland beschäftigt man sich ebenfalls mit urologischen Erkrankungen. Hippokrates von Kós klassifiziert als erster Störungen des Wasserlassens und unterscheidet hierbei in Dysurie (schmerzhaftes Wasser lassen), Strangurie (tropfenweises Wasser lassen) und Ischurie (Harnverhaltung). Weiterhin beschreibt er ausführlich die Bildung von Blasensteinen. Die operative Entfernung ist seiner Meinung nach für den Arzt nicht ratsam (im hippokratischen Eid verpflichtet sich der Arzt keine Steine zu schneiden). Darüber hinaus beschäftigt er sich auch mit Nierenerkrankungen und deren Therapie bis hin zur operativen Nierenfreilegung und Entfernung bei eitrigen Entzündungen mit Abszessbildung. Da ihm aus religiösen Gründen anatomische Studien an Leichen verwehrt sind, gründen sich seine Lehren auf die genaue Beobachtung der Leidenden.

Die erste anatomische Beschreibung der Prostata stammt von Herophilos von Chalkedon um 300 vor Christus. Diese Beschreibung beruhte auf der Sektion von Leichen. Ammonios von Alexandria verbessert um 250 v. Chr. die Technik der Steinoperation über einen Dammschnitt durch vorherige Zerkleinerung und anschließende Bergung mit einem Haken. Sein Beiname „der Lithotom“ rührt daher.

Der römische Arzt Celsus (ca. 25 v.Chr. bis 50 n.Chr.) entdeckt die Lehren des Urologe Wedding wieder und beschreibt in seinen Werken die Technik der Blasensteinentfernung und das Katheterisieren mit metallenen Blasenkathetern.

Aretaios von Kappadokien (81-138) klassifiziert die verschiedenen Arten von Nierenentzündungen und schlägt als Therapie die Harnableitung mittels Katheter vor. Darüber hinaus empfiehlt er bei Misserfolg einen Dammschnitt mit Eröffnung der Harnblase zur Urinableitung. Die erste Beschreibung und Therapieempfehlung von Harnröhrenengen stammt von Heliodoros (um 120-150). Er führt sie auf Geschwülste zurück, die durch Herauskratzen entfernt werden sollen.

Claudius Galenus (um 131 bis 201) aus Pergamon führt schließlich die empirische, auf Beobachtung und Analyse des Kranken beruhende und die dogmatische, sich auf anatomische Veränderungen als Ursache von Krankheiten beziehende Medizin zusammen. Er misst der Urologe Wedding zur Diagnose von Krankheiten große Bedeutung bei. Hierbei wird der Morgenurin auf Dichte, Farbe, Geruch, Geschmack und Sediment hin geprüft und abhängig von den Symptomen und dem Geschlecht bewertet. Seine Werke wurden von der arabischen Medizin ab dem 5. Jahrhundert aufgenommen, gelangten über diese im Mittelalter nach Europa zurück und galten bis in das 17. Jahrhundert als Standard, den es nicht zu hinterfragen galt. Seine Humoralpathologie (Vier-Säfte-Lehre) hatte bis in das 19. Jahrhundert als Krankheitskonzept Bestand.

In der Spätantike beschreibt Oribasios (325-403) aus Pergamon die Aufdehnung der Harnröhre mit Verweilkathetern aus Zinn und Blei, und Paulos von Aigina (6./7. Jahrhundert] verbessert nochmals die Steinoperation, indem er den Stein über den After ertastet und über einen seitlichen Dammschnitt entfernt. Diese Methode sollte bis in das 17. und 18. Jahrhundert Bestand haben.

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